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Handlungsbedarf
Oft werden Höhlen zu wilden Müllkippen
Oft werden Höhlen zu wilden Müllkippen

Schaut man in das Bundesnaturschutzgesetz und die Naturschutzgesetze der einzelnen Bundesländer, wird man wenig zum Schutz von subterranen Ökosystemen finden. Lediglich Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben Naturhöhlen in die Liste der besonders geschützten Biotope aufgenommen. In der Praxis werden konkrete Schutzmaßnahmen aber in der Regel nur beim „öffentlichkeitswirksamen“ Vorkommen von Fledermäusen angeordnet.

Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. mit seinen 6 Landesverbänden und 102 Vereinen sowie 33 angeschlossenen Schauhöhlen und Institutionen sieht dringenden Handlungsbedarf beim Schutz der Biodiversität in subterranen Ökosystemen. Schon unbedachtes Betreten kann die mikrobiologische Situation in der Höhle verändern. Es ist unerlässlich, dass die bekannten und neu entdeckten Höhlensysteme von Speläologen unter anderem auch auf ihre biologische Vielfalt hin untersucht werden. Nur so können standortbezogene Strategien zum Erhalt endemischer und besonders bedrohter Arten entwickelt werden.

Darüber hinaus scheint es dringend geboten, unterirdische Lebensräume in die Naturschutzgesetzgebung des Bundes und der Länder aufzunehmen. Den Schutz solcher Biotope alleine am Vorkommen von Fledermäusen festzumachen, weil diese Höhlen als Winterquartier nutzen und nach der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) besonders geschützt sind, widerspricht den Zielen der Biodiversitäts-Konvention.

p Kontakt
Verband der deutschen Höhlen-
und Karstforscher e.V.
Bärbel Vogel (Vorsitzende)
Hauptstraße 5
D - 87484 Nesselwang

Referat für Biospeläologie
Stefan Zaenker
Königswarter Str. 2a
D - 36039 Fulda

E-Mail: info@hoehlentier.de

 
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